Allgemeine Projekte
Hier werden die Projekte vorgestellt, die nicht an eine konkrete mittelalterliche Epoche gebunden sind.
Zinngießen
Bereits im Winter 2006 / 2007 begannen einige Angehörige der Kommende Einsiedel mit dem Zinngießen.
Dazu wurden Abdrücke verschiedener Repliken in einer speziellen, sehr hitzebeständigen, Silikonpaste gemacht, wie sie auch von Präparatoren verwendet wird. In die entstanden Formen wurden dann Kanäle für das Zinn eingearbeitet.
Durch diese konnte dann das verflüssigte Zinn in die Formhohlräume hinein laufen gelassen werden.
Nach Erkalten des Zinns wurden die Formen geöffnet und die fertigen Zinnteile konnten – sofern das Eingießen geklappt hat – entnommen werden.
Von den Zinnteilen mussten im Anschluss daran noch Lunker und andere Unregelmäßigkeiten entfernt werden, um den Teilen den letzten Schliff zu geben. Lunker sind Reste an der Figur, an den Stellen, wo die Kanäle der Form auf den Formhohlraum treffen.
Neben den abgegossenen Formen wurden auch Formen aus Speckstein geschnitzt, wie es Mittelalter üblich war. So entstand die Tassel der Gruppe.
Weitere Bilder zum Zinngießen finden sich hier .
Rosenkränze
Ein Rosenkranz ist eine Perlenschnur, die als Zählkette für das vielgliedrige Rosenkranzgebet dient. Der Rosenkranz ist inspiriert durch Gebetsketten aus dem Orient. Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Mariengebeten, bei denen das Ave Maria einhundertfünfzig Mal wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten verbunden wurde. Die älteste schriftliche Erwähnung einer Schnur mit aufgezogenen Steinen als Zählkette für wiederholt gesprochene Gebete in der Lateinische Kirche schreibt diese Gebetsschnur der angelsächsischen Adligen Godiva († um 1085) zu.
Im 12. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass Laienbrüder, die meist nicht lesen konnten, in Klöstern statt der Psalmen Ersatzgebete verrichteten. Neben dem Vater Unser tritt auch das Ave Maria als Ersatzgebet für die Psalmen auf, letzteres insbesondere bei den Zisterziensern und Kartäusern. Für eine Reihe von 150 Ave Maria kam in Anlehnung an die 150 Psalmen der Bibel der Name Marienpsalter auf.
Die Eröffnung des katholischen Rosenkranzes wird an einer am Kranz befestigten Kette mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen, die von zwei großen Perlen gerahmt sind, gebetet. Darauf folgen fünfmal zehn kleinere Kugeln für die Ave Maria und eine davon abgesetzte große für das Vaterunser und ein Ehre sei dem Vater bilden ein Gesätz, fünf dieser Gesätze einen Rosenkranz. Das vollständige Rosenkranzgebet umfasst drei Rosenkränze, also 150 Ave Maria in Analogie zu den 150 Psalmen.
Im Spätjahr 2007 entschloss sich die Gruppe Rosenkränze für jeden Angehörigen der Gemeinschaft anzufertigen. Diese konnte sich jeder Einzelne so gestalten wie es ihm selbst gefiel. Dabei kamen Rosenkränze mit Holz-, Bernstein- bzw. Knochenperlen heraus und das Kreuz wurde - je nach Geschmack - mit einem Jesusabbild verziert oder einfach schlicht gelassen. Als Holz für das Kreuz wurde ein äußerst stabiles Eisenholz verwendet. Das Bild rechts zeigt die schlichteste Ausführung des Rosenkranzes mit dem unverzierten Kreuz und einer Knochenperlenkette.
Steckregal
Um den vielen herumstehenden Kisten im Zelt Herr zu werden und das ständige Auf und Zu von diesen (beispielsweise beim Wechseln der Kleidung) einzuschränken, haben sich Oliver und Annika dazu entschieden, ein Steckregal für das Zelt zu bauen.
Im März 2008 starteten die Beiden dann, das bereits längere Zeit geplante Projekt in die Tat umzusetzen.
Als Baumaterial wurde 18mm starkes Fichten-Leimholz aus dem Baumarkt verwendet. Die einzelnen Holzplatten wurden – entsprechend des vorher angefertigten Plans – mit einer Stichsäge in Form gebracht. Die rauen Kanten wurden daraufhin glatt geschmirgelt. Mit einem Bohrer wurden die Langlöcher der Stecklöcher zunächst vorgebohrt und dann ebenfalls mit der Stichsäge auf die benötigte Form und Größe ausgesägt. Nach vielen Größenkorrekturen mit der Holzfeile, konnte das Regal das erste Mal zusammen gesteckt werden. Nachdem es dann lasiert wurde, konnte das Regal dann das erste Mal beim Osterlager benutzt werden.
Weitere Bilder zum Regalbau gibt es hier .
Beistelltisch
Wohin nur mit den Dingen im Zelt, die einem Besucher nicht direkt ins Auge fallen sollen? Dazu zählen doch einige Sachen, auf die man während eines Lagers nicht verzichten möchte bzw. kann (Bierkiste, Heizung, Klopapier, etc.), sie also irgendwie im Zelt unterbringen will und sogar muss (Feuerlöscher), sie jedoch für einen Gast im Zelt nicht unbedingt ersichtlich sein sollen. Außerdem ist Stauraum abseits vom Boden gefordert: Nicht allen Gegenständen bekommt eine Lagerung auf dem, auch im Zelt feuchten, Boden besonders gut. Und dann soll besagte Verstaumöglichkeit am Ende auch noch gut aussehen.
Oliver hat sich über dieses Problem einige Gedanken gemacht und eine Idee entwickelt. Einen Beistelltisch mit einem zusätzlichen Boden auf dem jede Menge Material, abseits des Zeltbodens, unterhalb der eigentlichen Tischplatte versteckt werden kann. Die Sachen unter dem Tisch können dann mit einer langen Tischdecke verhangen werden, so dass sie niemand sieht, aber im Ernstfall schnell darauf zugegriffen werden kann (auf den Feuerlöscher, beispielsweise). Nach einer kurzen Konzeptionsphase begann er im Mai 2008 mit der Umsetzung des Planes.
Das Basismaterial stellte auch hier wieder das klassische Fichtenbastelholz, Stärke 18mm, aus dem Baumarkt dar. Dieses musste passen in Form gesägt und anschließen angepasst und an den Seiten und Kanten glatt geschmirgelt werden. Dann wurden noch die Führungs- und Stabilisationsleisten der einzelnen Platten aufgeleimt und zum Schluss alle Einzelteile des Tisches gestrichen. Annika bekam die Aufgabe für den Tisch eine passende Tischdecke zu nähen.
Weitere Bilder zum Bau des Beistelltisches finden sich hier.
Tragjoch
In den letzten Lagerjahren stieß es uns immer wieder unschön auf, dass wir unser Wasser in Plastikkanistern holen mussten. Daher beschlossen wir an diesem Umstand was zu ändern und schauten uns nach einer mittelalterlichen Alternative um. Diese war schnell gefunden. Zwei geböttcherte Holzeimer aus Eiche sollten die Plastikgefäße ersetzen. Ein Tragjoch, wie es bei uns bis ins 20. Jhdt. verwendet wurde und auch heute noch in vielen Ländern der Welt eingesetzt wird, sollte das Tragen der Eimer so leicht wie möglich gestalten und daneben die Rollenverteilung im Lager verdeutlichen ;-).
Die schönen Holzeimer konnten wir beim Reenactor-Versand erwerben, das Joch haben wir selbst aus einem Stück Volleiche hergestellt.
Nach dem ersten offiziellen Einsatz des Jochs wird das Bild des in Gebrauch befindlichen Jochs hier eingestellt.
Bilder zum Bau des Jochs finden sich hier .
Tragegestell
Oftmals besuchten aus unserer Gruppe Einzelpersonen bzw. kleine Gruppierungen Märkte als Tagesbesucher. Dabei trat – bei schönen Märkten – auf, dass aus dem ursprünglichen Tagesbesuch eine Übernachtung erwägenswert wurde.
Dabei kam die Frage auf: Wie können Einzelpersonen im Mittelalter lange Reisen mit Übernachtungen durchführen und das benötigte Material ohne Fuhrwerk transportieren. Schnell stießen wir auf Literatur über Kiepen und Tragegestelle, die sich vom 10. bis hin zum 19. Jhdt. nur unwesentlich verändert hatten. Angeregt dadurch planten Oliver und Bernhard den Bau eines mittelalterlichen „Rucksacks“ / Tragegestell der es ermöglicht alles Notwendige für eine Reise am Mann zu transportieren.
Die Wahl fiel auf ein Tragegestell mit dem ein einfacher Söldner oder Pilger seine Schlafstatt, sein Gerät, und einen Regenschutz zum Übernachten transportieren konnte. Erstaunt waren wir alle über die Einfachheit dieses Gestelles, sowie über das erstaunlich geringen Gewichts desselben, das vergleichbar ist mit dem Gewicht von heutigen modernen Rucksäcken für Extremtouren ist.
Bilder zum Bau des Tragegestells finden sich hier .
Waffenständer
Um im Lager die Waffen sortiert lagern zu können, aber auch um sie Besuchern anschaulich präsentieren zu können, wurden in der Gruppe bereits einige Waffenständer gebaut. Daher soll an dieser Stelle der Bau eines Rüstungsständers dokumentiert werden. Der hier beim Bau gezeigte Rüstungsständer hat anders als die anderen Ständer, die von der Gruppe bisher realisiert wurden, keine integrierte Waffenkiste und wurde für einen Freund gebaut. Das Bild rechts, zeigt einen unserer anderen Rüstungsständer im Gebrauch.
Bilder zum Bau des Waffenständers finden sich hier .
Werkzeugkasten
In den Jahren, in denen wir schon auf Mittelaltermärkten, wie auch auf anderen Veranstaltungen, unser Lager aufschlugen, ergab sich häufig die Situation das Ausrüstung vor Ort repariert oder neu hergestellt werden musste. Dafür hielt bisher meist modernes Werkzeug her, das sich nicht in das normaler Lagergeschehen integrieren ließ.
Um diesen Missstand zu beheben entschloss Bernhard einen Werkzeugkasten zu bauen, in dem weitgehend historisch korrektes Werkzeug seinen Platz finden sollte. Dieser Werkzeugkasten würde sich dann ohne weiteres in das Lager einpassen lassen, ohne etwas verstecken zu müssen.
Nach einigen Recherechen über mittelalterliche Werkzeuge (Aussage von Bernhard) wurde das Projekt angegangen. Dabei wurden einige Werkzeuge auf Mittelalterveranstaltungen gekauft, andere wurden von Bekannten in der Szene angefertigt. Weitere Werkzeuge wurden selbst angefertigt oder konnten auf Flohmärkten erstanden werden.
Die einzelnen Werkzeuge des Werkzeugkastens werden hier vorgestellt.