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Deutscher Orden
Dieses Kapitel enthält verschieden Informationen über den Deutschen Orden. Die dargebotenen Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammen gestellt, erheben dennoch nicht den Anspruch auf 100%ige Richtigkeit. Bei offensichtlichen Fehlern wären wir um Hinweise sehr dankbar.
Überblick
Der Deutsche Orden (auch Deutscher Ritterorden, Ordo Teutonicus, Ordo dumus Sanctae Mariae Theuthonicorum Ierosolimitanorum, Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem) ist ein geistlicher Ritterorden, der neben dem Malteserorden und den Templern der dritte große Ritterorden ist, der während der Kreuzzüge gegründet wurde. Die Aufgabe des Ordens war die Krankenpflege, sowie der Schutz der Kranken und Pilger im heiligen Land. Eine weitere Aufgabe bestand in der Christianisierung des Baltikums und den dortigen Heidenkampf. Seit 1929 ist er ein klerikaler Orden.
Gegründet wurde der Orden 1190 in Akkon. 1198 wurde er zum Ritterorden erhoben. Im heiligen Land hatte er verschiedene Niederlassungen, darunter Häuser in Jerusalem und Akkon, und die Ordenszentrale, die Festung Montfort. Die Gunst Kaiser Friedrichs II. dem Orden gegenüber und die geschickte Politik des Hochmeisters Hermann von Salzas ermöglichten dem Orden die Gründung vieler Niederlassung auch in anderen Ländern. So hatte der Orden Niederlassungen im gesamten Mittelmeerraum und im Deutschen Reich. Mit der Goldbulle von Rimini übertrug Kaiser Friedrich II. dem Orden die Aufgabe der Christianisierung Preußens und gleichzeitig das Recht, dort einen Staat im Sinne des Ordens zu gründen. Es begannen Kreuzzüge in den Osten, in die Ländereien der heidnischen Prußen, wo der Orden das Land besetzte und unter seine Herrschaft stellte. Die Befriedung Preußens und die Schaffung des preußischen Ordensstaates war bis 1283 beendet. 1237 wurde der Schwertbruderorden, der bis dahin in Livland agierte vom Deutschen Orden inkorporiert. Bis 1290 konnte auch Livland befriedet und zu einem Deutschordensstaat ausgebaut werden. 1291 fiel mit Akkon die letzte christliche Bastion im heiligen Land, so dass der Orden seine Zentrale zunächst nach Venedig und 1309 schließlich nach Preußen auf die Marienburg verlegte.
Der Deutsche Ordensstaat stieg daraufhin aufgrund der straffen und gut strukturierten Ordensführung zu einer einflussreichen Kraft in Europa auf. Der Orden konnte diese Stellung bis Ende des 14. Jahrhunderts behaupten. Allerdings nahm der Druck von außen auf den Ordensstaat immer mehr zu, was schließlich 1410 in der Schlacht bei Tanneberg gegen Polen-Litauen mit einer Niederlage für den Orden endete. Durch die Niederlage geschwächt, finanziell am Ende und durch immer größer innere Schwierigkeiten zermürbt, zerbrach zunächst der preußische Ordensstaat langsam. Viele Gebiete mussten an Polen und Litauen abgetreten werden, andere wurden zu weltlichen Fürstentümern umgewandelt. Der livländische Ordensstaat konnte sich noch 50 Jahre länger halten, musste sich 1562 dennoch dem äußeren Druck beugen und wurde zu einem polnischen Herzogtum.
Im Reich konnte der Orden seine Niederlassungen weitgehend bewahren, obwohl er auch dort Verluste durch die Reformation hinnehmen musste. Mit der französischen Revolution und dem anschließenden Einmarsch französischer Truppen unter Napoleon ins Reich wurde der Großteil des Ordensbesitzes auf deutschem Boden aufgelöst. Nur unter den Habsburgern in Österreich konnte der Orden bis zur Machtergreifung Hitlers weiter bestehen.
Heute hat der Orden - nach dem zweiten Weltkrieg wiederbelebt - wieder Niederlassungen in Österreich, Tschechien, Slowenien, Italien (Südtirol) und Deutschland und geht als klerikaler Orden verschiedenen karitativen Aufgaben nach.